Wir setzen uns ein.

In Nordrhein-Westfalen wächst etwa jedes dritte Kind in einer oder mehreren Risikolagen auf. Ein soziales Risiko liegt zum Beispiel bei Erwerbslosigkeit der Eltern vor, ein finanzielles Risiko bei einem geringen Haushaltseinkommen und ein Risiko der Bildungs[system]ferne, wenn die Eltern über niedrige Bildungsabschlüsse verfügen oder nur geringe Kenntnisse über das Bildungssystem haben. 

Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, hat oft weniger Vertrauen in die eigenen Stärken und glaubt trotz guter Noten nicht an vorhandene Teilhabechancen. Engagement, Talent und Leistungsbereitschaft sollten sich jedoch unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion sowie Bildungsbiographie und Einkommen der Eltern entfalten und unsere Gesellschaft bereichern können. 

Der Stifterverband hat im Rahmen seiner Bildungsinitiative „Zukunft machen“ in Zusammenarbeit mit McKinsey & Company einen Forschungsbericht aus dem Jahr 2021 veröffentlicht, in welchem deutlich wird, dass die Herkunft in Deutschland auch heute noch immer maßgeblich über den Bildungserfolg entscheidet: Kinder aus Akademikerhaushalten überschreiten Bildungsschwellen leichter als Kinder aus Nichtakademikerhaushalten. Die Zahlen der Nichtakademiker halbieren sich jeweils beim Übergang in die gymnasiale Oberstufe und bei der Aufnahme eines Studiums. 

Quelle: Middendorf et al. 2017, Kracke et al. 2018, Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2020, DZHW 2019, Statistisches Bundesamt, KOAB 2021, Konsortium Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2021. 

Entnommen aus: Stifterverband in Zusammenarbeit mit McKinsey & Company:
Vom Arbeiterkind zum Doktor, 2021: https://www.stifterverband.org/medien/vom_arbeiterkind_zum_doktor 

Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben,
das in ihm steckende Potenzial zu entfalten.

Um Chancengleichheit in OWL herzustellen, nehmen wir vor allem finanzielle und mentale Hürden sowie Informationsdefizite.

  • Mentale Barrieren:

    Unsicherheiten wegen weniger Erfahrungswerten im unmittelbaren Umfeld, fehlende Rollenbilder

  • Kompetenznachteile:

    Weniger Lernstimulation im eigenen Haushalt, fehlende digitale Infrastruktur und Lernplätze

  • Informationsdefizite:

    Weniger Informationen zu Studien- und Berufsorientierung aus unmittelbarem Umfeld, Überforderung bei erstmaliger Konfrontation mit Fülle an Informationen zu Studium und Beruf

  • Finanzierung:

    Weniger Informationen zur Finanzierung berufswahlbezogener Vorhaben

Sind die Hürden erst einmal genommen, sind Nichtakademikerkinder in vielen Fällen ähnlich erfolgreich wie Akademikerkinder. 

Vor diesem Hintergrund fördert das Stipendienprogramm NRWTalente chancenbenachteiligte Schülerinnen und Schüler, die besonders zielstrebig und engagiert sind und sich durch gute schulische und außerschulische Leistungen im Lebenskontext auszeichnen. Vorbild ist das Schülerstipendienprogramm RuhrTalente, das seit Anfang 2016 am NRW-Zentrum für Talentförderung der Westfälischen Hochschule angesiedelt ist und sich mittlerweile zum größten regionalen Schülerstipendienprogramm in Deutschland etabliert hat. NRWTalente – Region OWL wird von der Universität Paderborn in Kooperation mit der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, der Universität Bielefeld und der Fachhochschule Bielefeld vergeben und umgesetzt. Es wird maßgeblich gefördert durch das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen.